Septicflesh, „Titan“ – Albumbesprechung

  Septisches Fleisch, ‘Titan’ – Albumbesprechung
Jahreszeit des Nebels / Prothese

In 2011, Entzündetes Gewebe veröffentlichten ihr vielleicht erstaunlichstes Album, „The Great Mass“. Die griechische Band nutzte die Kraft der Prager Philharmonie und balancierte meisterhaft brutalen Death Metal mit ausgefeilter Orchestrierung aus. „The Great Mass“ ist ein turbulentes Werk, das nie zu weit in unorganisierte oder geschützte Gebiete vordringt und so die Fantasie von Metal-Fans weltweit anregte. Der Standard für symphonischen Death Metal wurde gesetzt und „Titan“, das neunte Album von Septicflesh, steht Schulter an Schulter mit seinem gefeierten Vorgänger.

„Titan“ beginnt mit „War in Heaven“, das sich mit gedämpfter Orchestrierung an den Hörer heranschleicht, bevor die Mitglieder von Septicflesh demütig ihre eigene Instrumentierung hinzufügen, ohne zu versuchen, die Prager Philharmoniker in den Schatten zu stellen. „War in Heaven“ kann am besten als bedrohlich beschrieben werden, wie eine schreckliche Realität, die letztendlich von einer schuldigen Partei akzeptiert wird. Der Track kann auch als filmisch beschrieben werden und zeichnet die vielen Stadien des Kampfes zwischen Engeln, Dämonen und Gottheiten.

'Titan' schießt mit einer direkten Annäherung an Death Metal im zweiten Track des Albums, 'Burn', nach vorne. Die kurzen tuckernden Pannen, die in „Burn“ gezeigt werden, klingen gigantisch, fast wie das Geräusch von Stahltüren, die im ursprünglichen „Doom“-Videospiel geschlossen werden. Septicflesh fügen auch ihre theatralischen und gequälten klaren Vocals in „Burn“ hinzu und erzeugen eine wirklich gruselige Stimmharmonie während der Refrains des Songs.



Ab „Order of Dracul“ nimmt die Prager Philharmonie eine größere Rolle ein. Die phänomenale Orchestrierung, komponiert von Septicflesh-Gitarrist/Sampler Christos Antoniou, fühlt sich an wie in einer Wagner-Oper. Wenn Richard Wagner noch am Leben wäre, würde er wahrscheinlich mit Septicflesh spielen. Allerdings hat Antoniou Wagners Gespür für orchestrale Dichte genommen und mit chirurgischer Präzision in „Titan“ eingebracht.

Im Mittelteil des Albums greifen die Prager Philharmoniker aus allen Richtungen an und fügen in „Prototype“ nicht nur einen Erwachsenenchor in verschiedenen Schnitten hinzu, sondern auch einen Kinderchor. Kleine Kinder sind in Horrorfilmen immer gruselig, und Septicflesh hat es geschafft, diesen Teint taktvoll in „Prototype“, „The First Immortal“ und andere Songs einzufügen, die die von den Mächten der Dunkelheit korrumpierte Jugend charakterisieren.

„Prometheus“ könnte der am stärksten symphonische Schnitt von „Titan“ sein, was einer der Gründe ist, warum „Prometheus“ in der Mitte des neunten Albums von Septicflesh so gut funktioniert. Fans, die es von „War in Heaven“ bis „Prometheus“ geschafft haben, sind bereits für die Fahrt gefesselt, sodass das willentlich gefesselte Publikum ohne Entschuldigung in den verkapselnden Qualitäten der Philharmoniker baden kann. Während „Titan“ über seinen Titeltrack hinaus zu „Confessions of a Serial Killer“ übergeht, verwebt sich das Stück über ein Intro, mehrere Zwischenspiele und ein Ende, das in einer Art böser Dimension geboren wurde, in der Walt Disneys „Fantasia“ endlose Albträume hervorruft .

Schließlich endet „Titan“ mit „The First Immortal“, dessen Intro riesige anhaltende Streicher hervorhebt, die Hans Zimmer das Gefühl geben würden, unzulänglich zu sein. „The First Immortal“ folgt wohl dem alten Sprichwort „Hebe dir das Beste zum Schluss auf“, da der Schnitt absolut alles enthält, was man sich von einem Septicflesh-Track wünscht. Es ist ein triumphales Ende, das von hochfliegenden Chorgesängen und Orchestrierung begleitet wird, während Frontmann Spiros 'Seth' Antoniou erklärt: 'Ich bin der erste Unsterbliche', bevor er das Album schließlich mit 'Ich bin der Letzte' beendet.

Obwohl die Prager Philharmonie einen großen Teil der herausragenden Momente in „Titan“ liefert, ist der vielleicht fesselndste Aspekt des Albums, dass Septicflesh zu jeder Zeit als Gravitationszentrum fungiert. Wo unvorhersehbare und apokalyptische Orchestrierung, schwebende Chorstücke und der starke Einsatz experimenteller und perkussiver Hintergründe wirbeln, stürzt die gesamte Prager Philharmonie um Septicflesh. Die Band ist in der Lage, eine führende Position zu behaupten und gleichzeitig der vielleicht am meisten bewunderten Philharmonie der Welt freien Lauf zu lassen. Hört euch „Titan“ an, um es selbst zu hören, sonst verpasst ihr eine der definitiven Metal-Veröffentlichungen des Jahres 2014. Um eine Kopie von 'Titan' zu bestellen, Klick hier .

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